Marketing-Tag 2018

„Produktentwicklung als Marketinginstrument“

Unter diesem interessanten Thema stand am 11. September 2018 der Marketing-Tag des Verbandes des Rheinischen Bäckerhandwerks und des Bäckerinnungsverbandes Westfalen-Lippe. Hierbei spielten nicht nur die Fragen „Welche Trends werden in Zukunft den Backwarenmarkt beherrschen?“ und „Wie können diese Trends umgesetzt werden?“ eine Rolle, sondern auch die grundsätzliche Frage „Wie kann ich meine Produkte interessant ‚gestalten?‘“.

Die ausgezeichnete Resonanz dieser Veranstaltung machte deutlich, dass dies Themen sind, mit denen sich viele Betriebe beschäftigen. Denn eins ist klar: Nur wenn unsere Backwaren ihre Zielgruppe begeistern, wird das Bäckerhandwerk es schaffen, auch in Zukunft auf dem heiß umkämpften Backwarenmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Ein Grund mehr also, sich noch intensiver mit dem Thema „Produktentwicklung“ auseinanderzusetzen.


Melina Schlange-Schöningen, Konditormeisterin und Lebensmitteltechnologin
Melina Schlange-Schöningen, Konditormeisterin und Lebensmitteltechnologin

Als erste Referentin präsentierte Milena Schlange-Schöningen den Trend von Farbe und Struktur in Backwaren. Hierbei wurde deutlich, dass für den Verbraucher die Optik von Backwaren immer wichtiger wird. Die Krux: Natürlich muss sie sein. Wenn sich das Produkt beim Hineinbeißen und Kauen auch noch gut anfühlt oder mit besonderen Effekten überrascht wie z. B. Knistern oder Crunchen, ist der Erfolg quasi garantiert.

In ihrem Vortrag legte sie den anwesenden Bäckern/-innen nahe, sich auch auf unbekannte Produktneuheiten wie z. B. „Naked-Cakes“ einzulassen, um besonders die Zielgruppe der jüngeren Kunden anzusprechen.



Thomas Backenstos, Bäcker- und Konditormeister, Akademie Deutsches Bäckerhandwerk – Badische Bäckerfachschule Karlsruhe
Thomas Backenstos, Bäcker- und Konditormeister, Akademie Deutsches Bäckerhandwerk – Badische Bäckerfachschule Karlsruhe

Einen ganz anderen Trend griff Thomas Backenstos in seinem Vortrag auf: „Veganes Backen“. Die Zielgruppe der Veganer in Deutschland umfasst ca. 1,3 Mio. Menschen und wächst seit 2010 jährlich um 15 %.  Die Beweggründe für eine vegane Ernährung sind dabei unterschiedlich und reichen vom Tierschutz bis hin zum Ausprobieren.

Aber egal, was Menschen zur veganen Ernährung bewegt: Der Trend ist bereits im Alltag angekommen. Dies beweist nicht zuletzt die große Anzahl der veganen Kochbücher, die im letzten Jahr auf dem Markt erschienen sind. Warum also sollte nicht auch das Bäckerhandwerk diesen Trend ausnutzen, wo doch viele nötige Zutaten bereits in den Backstuben vorhanden sind? Thomas Backenstos zeigte an vielen Praxisbeispielen eindrucksvoll, wie man vegane Produkte ins Sortiment aufnimmt und vermarktet: vom veganen Frühstück über vegane Torten bis hin zum veganen Snack. Als besonderes Bonbon versorgte er interessierte Betriebe mit zahlreichen Rezepten.



Martin Darting, PAR-Institut – sensoanalytische Qualitätsentwicklung
Martin Darting, PAR-Institut – sensoanalytische Qualitätsentwicklung

Abschließend entführte Martin Darting die Zuhörer dann in die Welt der Sensorik. Hierbei wurden neurowissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt, die dafür verantwortlich sind, warum etwas schmeckt, wie es schmeckt und welche Geschmacksrichtungen zusammen passen. Diese Erkenntnisse transferierte Martin Darting eindrucksvoll auf das Thema Brot und gab den Zuhörern wirkungsvolle Tipps, wie sie ihre Backwaren interessanter machen können. Die Frage „Wann macht uns ein Brot geil?“ war dabei nicht nur einmal Mittelpunkt der Diskussion.

Bei einer abschließenden Verkostung mit Brot, Wein und Käse gelang es Martin Darting, die Zuhörer auch geschmacklich von seinen wissenschaftlichen Thesen zu überzeugen. Besonders das Thema „Brot und Wein“ stand dabei im Mittelpunkt und inspirierte vielleicht den ein oder anderen, neue Wege auszuprobieren.

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